Die Gemeinde Ratekau ist mein Zuhause. Seit Generationen. Ich bin hier aufgewachsen, ich lebe hier, meine drei Kinder wachsen hier auf. Ich weiß, wie sich der Alltag in unserer Gemeinde anfühlt, wenn er funktioniert - und wo es hakt. Zwischen Job, Kindergarten, Grundschule, weiterführender Schule, nachmittags auf dem Sportplatz und im ganz normalen Chaos des Lebens - ich bin in fast allen Mikrokosmen als Mutter und Gemeindemitglied unterwegs.
Und genau deshalb kandidiere ich für das Bürgermeisteramt: Nicht aus Karrieregründen, sondern aus Überzeugung und Verantwortung. Für unser aller Lebensqualität.
Es ist Zeit in der Gemeinde neue Wege zu gehen für eine starke Zukunft.
Mein Opa war der Dorfarzt in Sereetz. Mein Vater Bundesverdienstkreuzträger für seinen unermüdlichen Einsatz für unsere Gemeinde. Engagiert habe auch ich mich schon lange, nur eben unterm Radar, jetzt auch gerne ganz offiziell.
Ich bin Journalistin, Autorin und Dreifachmutter - jemand, der zuhört, hinterfragt, Dinge auf den Punkt bringt und sich nicht aufhalten lässt. Gemeinsam mit Euch und Ihnen möchte ich nun unsere Gemeinde weiter gestalten, mit Herz und Verstand. Damit sie für uns lebenswert bleibt, zukunftsfähig wird und wir mutig nach vorne schauen können. Eine Gemeinde, in der Ihre Bürgermeisterin näher an den Menschen rückt und im Alltag spürbar wird. In der wir uns neu aufstellen - mit neuen Ideen, die nach vorne gehen.
Deshalb bitte ich Sie um Ihre Stimme.
Für unsere Gemeinde.
Für uns alle.
Wer bin ich?
Mein Name ist Anna Funck, ich bin 45 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Töchtern (6, 9, 16).
Aufgewachsen bin ich in Sereetz, wo ich auch die Grundschule besucht habe, um dann in Bad Schwartau
aufs Leibniz-Gymnasium zu gehen.
Mit Leidenschaft für außergewöhnliche Erlebnisse
Nach dem Abitur im Jahr 2000 habe ich in Hamburg Journalismus und Medienkommunikation studiert. Mein Traum war zum Fernsehen zu gehen und über Menschen und deren Geschichten zu berichten.
Verwurzelt in Qualität und Integrität
Da mein Vater Arzt und auch mein Großvater der ehemalige Dorfarzt in Sereetz war- etwas völlig Neues in unserer Familie. Ich habe schon als Kind gelernt, dass man nach den Sternen greifen muss. Denn wer gleich aufgibt, hat ja schon verloren.
Kampf und Engagement
Und so kämpfte ich nach meinem Studium in einem langen Auswahlprozess mit hunderten Mitbewerbern um ein Volontariat zur TV-Moderatorin und Reporterin bei RTL Nord Fernsehen. Und setze mich schließlich durch. Schnell bekam ich als Reporterin mein eigenes Produktionsteam und wir berichteten jeden Tag live von einem anderen Ort aus Hamburg oder Schleswig-Holstein.
Stetiges Wachstum aus bescheidenen Anfängen
Nach vier Jahren Privatfernsehen RTL war es Zeit, „erwachsen“ zu werden. Das Mitteldeutsche Rundfunk Fernsehen (MDR Sachsen) warb mich ab. Unter dem Dach der ARD zu arbeiten, war mein nächstes Ziel, das ich damit erreicht hatte. Ich blieb 8 Jahre und arbeitete als TV Moderatorin und Reporterin. Und auch wenn die öffentliche Verwaltung der ARD dort ganz anders arbeitete, als ich es vom Privatsender kannte, fühlte ich mich schnell dort zu Hause.
Klare Entscheidungen treffen
Ich habe nun über 20 Jahre als Produzentin, Reporterin, TV- und Event Moderatorin für die ARD Fernsehanstalt, für RTL Fernsehen, für die größten Automobilhersteller (VW, AUDI, PORSCHE, BMW), den ADAC und auch regional mit Robert und Ullrike Dahl für Karls Erdbeerhof gearbeitet, diverse Events/Veranstaltungen u.a. zuletzt im Herbst für BILD den Frauengesundheitsgipfel moderiert. Ich habe Verantwortung übernommen, Produktionsteams geführt, unter Zeitdruck "live" Entscheidungen getroffen und mich immer wieder in neue Strukturen eingearbeitet. Verwaltung, Prozesse und Zuständigkeiten schrecken mich nicht – sie interessieren mich.
Veränderungen prägen
2016 starb meine Mutter an Krebs, ich wurde das zweite mal schwanger und mein Mann und ich überlegten, wo unsere Kinder so aufwachsen könnten wie wir. Friedlich, in der Natur und möglichst unbelastet? Mein Vater, der nun allein wohnte, hatte die Antwort: In Sereetz! Und so bauten wir mein Elternhaus unter Berücksichtigung eines familiären Miteinanders und die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt in ein Mehrgenerationen-haus um. Mittlerweile ist dann auch noch unsere dritte Tochter zur Welt gekommen.
Erfolg und Verantwortung
Meine Kinder gehen bzw. gingen nun alle auf meine alte Grundschule, gehen den gleichen Schulweg und wachsen so auf wie ich! Ich habe mittlerweile meine berufliche Tätigkeit mit der Schriftstellerei erweitert. Meine Bücher und mein Online-Magazin „The Funckyclub“ sind für viele Leser und Leserinnen ein wertvoller Begleiter und Ratgeber geworden, was mir sehr viel bedeutet. Dass auf auf Ihnen mehrere Spiegel-Besteller-Aufkleber kleben, ist eine schöne Bestätigung.
Erfahrung und Zukunft
Aus über 20 Jahren erfolgreicher selbständiger Praxis, weiß ich: Erfolg ist kein Zufall. Man lernt Verantwortung zu übernehmen, vorauszudenken, zu organisieren und dranzubleiben – und dabei Menschen respektvoll zu begegnen. Vor allem aber entwickelt man den nötigen Willen, Entscheidungen zu treffen und sie konsequent umzusetzen.
In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass ich mich darüber hinaus engagieren will. Für uns alle, für diese Gemeinde, Ihre Familie und meine. Für unser aller Lebensqualität. Damit wir und kommende Generationen auch in Zukunft genauso wunderbar weiter leben können.
Warum Bürgermeisterin?
Angefangen hat eigentlich alles mit einer 30er-Zone. Meine älteste Tochter kam in Sereetz in die Grundschule und ich sorgte mich! Was wenn das Kind überfahren wird! Vor der Schule war kein Tempolimit und jedes Kind weiß, wenn 50 erlaubt ist, wird 70 gefahren. Auf einem Elternabend sprach ich mit anderen Müttern und Vätern und alle waren sich einig: Das geht so nicht! Einziger Haken: Sie waren sich auch einig, dass man daran nichts ändern könnte. „Das brauchst du gar nicht erst versuchen, haben wir schon fünf Mal probiert. Das geht nicht, ist das Feedback in Ratekau. Hat irgendwie mit der Art der Straße zu tun.“ Und so standen wir da, vor dem Gebäude, während die Autos an uns vorbei rasten. Und ich beschloss: Ich versuche es trotzdem.
Auch wenn es das sechste Mal ist. Egal. Und so saß ich eine Woche später bei unserem scheidenden Bürgermeister Herrn Keller, der der Sache überhaupt nicht abgeneigt war, aber mir auch erklärte, es sei schwierig. Zusammen fanden wir dann eine Lücke in der Straßenverkehrsordnung, die das Unmögliche schnell in Schilder mit einer 30 umwandelte, die ein paar Wochen später einen festen Standort in der Sereetzer Dorfstraße fanden.
Warum schreibe ich Ihnen das alles?
"Weil alle sagten, das geht nicht und dann kam eine, die hat es einfach gemacht." Kennen sie das Zitat? Das bin ich!
Und so lief bisher mein ganzes Leben! Du willst zum Fernsehen? Du willst moderieren? Du willst deine eigene Sendung? Du willst Bücher schreiben? Du willst Spiegel-Bestseller-Autorin sein? Das wollen so viele! Das höre ich seit 45 Jahren. Und nun mache ich seit über 20 Jahre Fernsehen, habe 10 Bücher geschrieben, während ich drei Kinder bekommen habe.
Alles ist möglich, wenn man dafür brennt und Gas gibt. Und genau deshalb möchte ich nun meinen Radius lokal erweitern. Weil wir hier leben - Sie und ich - und unsere Kinder hier aufwachsen.
Die Idee, mich als Kandidatin für diese Amt aufzustellen, war übrigens nicht meine. Es waren Mütter, deren Kinder mit meinen Kindern zur Schule gehen, „Tritt doch an, Anna, es passt doch zu dir und du engagierst dich ohnehin schon.“
Spenden sammeln für Schulprojekte, Maßnahmen überlegen, wie man Gemeinschaften optimiert, sichere Schulwege durchdenken und einfordern - das mache ich seit Jahren ohnehin.
Warum nicht also den Antrieb zur Vollzeit machen?
Es fühlt sich einfach richtig an.
Konkret.
Familien
Wir brauchen junge Familien und Familien brauchen funktionierende Alltagsstrukturen:
Schule und Kindergarten um die Ecke, verlässliche und flexible Betreuungsangebote, Wohnraum auf Zuwachs ausgelegt. Für die Betreuungsplätze sind wir im engen Austausch mit den Kitas und erstellen Bedarfsprognosen. Durch den demografischen Wandel wird Wohnraum etwas planbar. Es gilt vor allem beim Umbau, Sanierung und Verdichtung der Grundstücksflächen zu unterstützen. Auch eine verlässliche medizinische Versorgung gehört für Familien zum Alltag. Schon jetzt sind die nächsten Kinderärzte nicht in unserer Gemeinde zu finden und dies es in den Nachbargemeinden gibt, sind völlig überlastet. Und: Kinderärzte kommen nicht von allein – dafür braucht es eine aktive Standortpolitik. Unsere Gemeinde muss für Ärztinnen und Ärzte wieder attraktiv werden: bezahlbare Praxisräume, kurze Wege im Rathaus, gute Betreuung für die eigenen Familien und moderne Arbeitsmodelle sowie die Optionen auf Gemeinschaftspraxen müssen geschaffen werden. Das Küchen-Rath Gelände in Ratekau bietet dafür beispielsweise die bestmöglichen Gegebenheiten.
Senioren
Viele ältere Menschen wollen im Alltag selbstständig bleiben – scheitern aber bereits daran, eine E-Mail zu schreiben, einen Pflegedienst kontaktieren oder Hilfe per WhatsApp zu organisieren. Die Nutzung von künstlicher Intelligenz könnte vieles vereinfachen. Gleichzeitig wünschen sich viele Begegnung, Austausch und Gesellschaft - gegen die zunehmenden Vereinsamung. Mein Ansatz verbindet beides: Studierende unterstützen Seniorinnen und Senioren ganz individuell – ohne Druck, ohne Vorkenntnisse sich in der neuen KI-Welt zurecht zu finden. Jeder lernt nur das, was er wirklich braucht oder möchte. Und wer nichts lernen will, ist genauso willkommen – zum Reden, Begegnen, Dasein.
Das Ganze passiert in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Lübeck und dem Projekt Human IQ, dass über Fördermittel finanziert wird, unter anderem beispielsweise über Aktion Mensch. Die ersten Gespräche habe ich dazu bereits geführt. So stärken wir Selbstständigkeit, verhindern Einsamkeit und bringen Generationen zusammen. Das ist moderne Daseinsvorsorge für unsere Gemeinde- und wir könnten mit diesem Projekt wieder Modellgemeinde in einen neuen Kontext werden.
Kinder und Jugendliche
Viele Jugendliche treffen sich heute online – aber kaum noch im echten Leben. Oder bleiben gleich zu Hause vor der Konsole sitzen, weil wir entweder gar keine Treffpunkte anbieten oder solche, die vielleicht nicht interessant genug sind. Und genau das würde ich gerne ändern.
Mein Ansatz: Moderne Jugend-Events, gerne im Verein, bei denen Gaming, Bewegung und Gemeinschaft zusammengehören. Erst gemeinsam aktiv sein – draußen, in der Halle, im Team – und danach gemeinsam gamen, lachen und Zeit verbringen. So fördern wir Gesundheit, Zusammenhalt und soziale Kompetenzen – ohne erhobenen Zeigefinger. Das ist zeitgemäße Jugendarbeit für eine Gemeinde, die ihre jungen Menschen ernst nimmt.
Ebenfalls ein großes Thema sind unsere Spiel- und Bolzplätze in den Orten, Treffpunkte, mit denen es leider nicht vorangeht, obwohl sich einige Fraktionen so dafür einsetzen. Saubere und attraktive Kinderspielplätze - ohne Hunde- und Katzenkot - sind unerlässlich und sind Treffpunkte für unsere Kleinen, Großen und Familien. Ein breiteres motivierendes Freizeitangebot für unsere Kinder und Jugendliche in der Natur, den Vereinen und auch bei den Feuerwehren ist unerlässlich, auch wenn das so mach älterer Mensch nicht verstehen will. Aber wir waren alle mal jung. Auch so können wir einer Überalterung entgegen treten.
Schulen
Unsere Kinder und Jugendlichen brauchen richtige Perspektiven! Das fängt bei gut ausgestatteten und optisch ansprechend gestalteten Schulen an, geht weiter über Nachmittagsangebote und attraktive Treffpunkte. Als Bürgermeisterin würde ich unsere Schulen auf den Prüfstand stellen:
Erhalten alle die gleichen Mittel?
Wo fehlt es noch?
Sind alle Fördermitteltöpfe richtig ausgeschöpft?
Die Cäsar- Klein-Schule ist ein Thema, das vielen unter den Nägeln brennt, da die Anmeldungen kontinuierlich zurückgehen. Hier steht eine Neuausrichtung an, mit der wir uns noch intensiv beschäftigen werden. Ihre Ideen sind jederzeit willkommen.
Auch muss das tägliche Auto-Park-Chaos vor den Grundschulen beendet werden, zum Beispiel, die bestehenden Parkierungsflächen während den Schulzeiten in "Kiss&Ride" Parkplätze wandeln und wenn nötig, um neue Parkierungsflächen erweitern.
Wohnraum
Ja, sozialer und wenigstens bezahlbarer Wohnraum in der Gemeinde Ratekau ist ein Thema. Besonders Familien suchen und können sich den Wohnraum kaum mehr leisten. In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass ich immer häufiger Flächenverdichtung beobachte: Familien, die ihr Haus teilen, Drei-Generationen-Wohnen leben oder einen Teil des Gartens als Bauland verkaufen, wenn baurechtlich zulässig. So nutzen wir Flächen, die in unserer Gemeinde schon vorhanden sind. Das Gleiche gilt fürs Flächenrecycling, was bedeutet, dass wir leerstehende Gebäude nutzen, Baulücken schließen oder Gebäude ergänzen.
Warum das für uns als Gemeinde deutlich günstiger ist? Weil wir Kosten sparen, die am Ende wir als Bürgerinnen und Bürger in Form von Gebühren oder Steuern tragen müssten. Denn neue Wohngebiete beispielsweise fordern auch neue Straßen, Leitungen und Infrastruktur. Nutzen wir erstmal das Potential was vorhanden ist.
Zusätzlicher Pluspunkt: Wir schützen unsere Natur und unsere wunderbare Landschaft! Deshalb würde ich gerne ein breit aufgestelltes Innenentwicklungskataster aufbauen, um einen systematischen Überblick darüber zu gewinnen, wo im gesamten Gemeindegebiet Wohnraum entstehen kann. Das Ziel: Klarheit gewinnen, welche Flächen realistisch nutzbar sind und wo Verdichtung sinnvoll ist. Dies schließt natürlich Wohnungsneubau mit einer vernünftigen Sozialquote und verlässlichen Partnern ebenfalls nicht aus, wenn es geeignete Flächen dafür gibt.
Wirtschaft
Unser Gewerbetreibenden sind ohne Frage auch ein Teil unseres Kapitals, daher ist der persönliche Austausch und eine gute Energie- und Infrastruktur enorm wichtig.
Lassen Sie uns beispielsweise lokale Dienstleistungen unserer Gewerbetreibenden nutzen, denn das kommt der Gemeinde und unserer Lebensqualität wiederum zu Gute. Zudem den Gewerbesteuersatz weiterhin niedrig halten und dafür sorgen das alle verfügbaren Gewerbeflächen ausgelastet sind.
Realistisch spielen wir die Karte, die uns attraktiv macht: Wir unterstützen unser Gewerbe durch eine verlässliche und schnelle Verwaltung, und werden dadurch attraktiv für andere. Schnelle Genehmigungen, Bau, Gespräche, eine gute Infrastruktur - wenn wir es den Unternehmern leicht machen, kommen weitere.
Gleichzeitig brauchen wir weitere Entwicklungsräume für Gewerbe. Deshalb unterstütze ich die Umsetzung des interkommunalen Gewerbegebiets Luschendorfer Hof, gemeinsam mit Ahrensbök und Scharbeutz.
Klimaschutz / Umwelt & Natur
Klimaschutz ist oftmals ein immer noch schwer greifbarer Begriff. Am Ende geht es aber um eine einfache Frage, die wir uns alle stellen: Wie heize ich künftig – und was kostet mich das?
Eine klare kommunale Wärmeplanung mit Nutzung vorhandener Potenziale – etwa Abwärme und Biogas aus unserem Klärwerk - ist für mich eine Antwort, bevor neue Belastungen entstehen. Das Gebäudeenergiegesetz ist Bundesrecht- und auch hier gibt es Fördermittel und Unterstützung. Die Aktivregion, die ebenfalls in den Bereichen der ländlichen Entwicklung unterstützt, hat sich ohnehin das Thema Klimaschutz groß auf die Fahne geschrieben - für die nächste Fördermittelperiode.
Es ist ernüchternd, aber man muss es so deutlich sagen: Durch die Fehmarn-Belt-Baustelle, neue Bahntrasse und die neue Stromtrasse wird das, was in den letzten Jahren mühsam aufgebaut wurde, wieder zerstört. >>
Unser Naturschutzgebiet, für das mein Vater für sein ausserordentliches Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, wurde durch die neue Stromtrasse jetzt bereits teilweise ruiniert. Deshalb müssen wir jetzt neue Ausgleichsflächen schaffen bzw. dafür sorgen das die Kosten dafür von Bund und EU übernommen wird. Renaturierungsmaßnahmen veranlassen, denn wir wollen und müssen unsere grüne Lunge erhalten. Konzepte dazu liegen bereits vor, die nur umgesetzt werden müssen.
Neben dem Klimaschutzkonzept warten das Strategiekonzept zur biologischen Vielfalt, das Biodiversitätskonzept auf ihre Realisierung. Moore, die renaturiert werden sollen, begünstige eine artenreiche Fauna, was das Landschaftsbild dramatisch verbessert. Und dies kommt wieder unserer Attraktivität für den Tourismus zugute und generiert neue Einnahmen. Mehre Fliegen mit einer Klappe!
Finanzen
Wie oft habe ich jetzt schon gehört, dass wir nicht die finanzstärkste Gemeinde sind. Dafür sind wir super im wirtschaften, da unsere Pro-Kopf-Verschuldung mit 69 Euro spitze ist. Trotzdem hätten wir natürlich gerne mehr Geld in der Kasse.
Eine Idee, die ich für sinnvoll erachte, ist die Prüfung der Erhebung eines „Tourismus- und Erholungsbeitrags“, die unsere Touristen gerne zahlen. Ratekau ist lt. Landesordnung ein prädikatisierter Erholungsort, was die Einführung einer solchen Abgabe (zweckgebunden) stützt. Oft werde ich gefragt, warum man bei uns keine Kurtaxe oder Übernachtungsabgabe zahlen muss. Doch Fakt ist: Unsere Touristen kommen extra zu uns, weil wir so zentral liegen zwischen Lübeck, Timmendorfer Strand und Travemünde, fahren viel Fahrrad, genießen zudem die Ruhe und Erholung, die wir ihnen bieten, nutzen unsere Wälder und Infrastruktur. Das jährliche Einnahme-Potential liegt überschlägig zwischen ca. 0,4 Mio bis zu 0,6 Mio EUR. Die Registrierung und Abrechnung lässt sich durch eine einfache digitale Melderoutine mit den Hotels und Vermietern realisieren. Diese Einnahmen fließen zurück in unsere Fahrradwege, den Naturschutz oder das Begrünungskonzept - davon profitieren wir alle.
Außerdem würde ich gerne die Erhebung einer Zweitwohnsteuer prüfen, denn wer hier zeitweise lebt, nutzt ebenfalls unsere Strukturen und Flächen, bringt aber nichts ein. In anderen Gemeinden und Städten ist diese Abgabe üblich. Warum also auch nicht bei uns? Das jährliche Einnahme-Potential liegt nach aktuellen Stand zwischen 0,26 Mio bis zu 1,02 Mio EUR. Außerdem kann ein detaillierteres Melderegister auch ein Lenkungsinstrument sein, falls Wohnraum mal richtig knapp werden sollte. >>
Ein weiterer Hebel für uns sind die kommunalen Grundstücke und Flächen. Wenn wir, statt diese zu verkaufen mit dem Prinzip der Erbpacht arbeiten, haben wir als Gemeinde mehr davon: Je nach Modell regelmäßige Cashflows, ohne dass wir unsere wertsteigernden Flächen aus der Hand geben. Nach einer vorher vertraglich festgelegten Zeit fällt das Land wieder an die Gemeinde zurück, wenn nicht nachverhandelt wird. Vorteile: Wir bestimmen nach wie vor über die Fläche und können sie unseren Lebensumständen anpassen.
Einer der wichtigsten Hebel sind weiterhin Fördermittel von EU, Land, NGOs, etc. Wenn man sich damit intensiv beschäftigt, wird man überrascht sein, welches Potential vorhanden und noch ungenutzt ist. Rund 30 % unseres Anlagevermögens sind bilanziell solide über Investitionszuweisungen/Zuschüsse finanziert. 40-45% sind durch vorausschauende und strukturierte Planung und frühe Einbindung der Fördermittelgeber jedoch auch möglich. Wie? Die freie Wirtschaft macht es uns vor: Indem wir die Beantragung personell zentralisieren, einen Fördermittelbeauftragten bei uns installieren, dadurch agil kommunizieren und koordinieren, um immer einen Blick auf die aktuell verfügbaren Fördermittel zu haben, Unterlagen bei den Fachbereichen und Externen abzufordern, Termine im Blick zu haben und bereits auch vorher die Machbarkeit zu prüfen, bevor das Projekt bereits in der Mache ist!
Denn jeder geförderte Euro ist ein Euro mehr für unsere Gemeindekasse und für unsere Lebensqualität.
Verkehr und Infrastruktur
Ein großes Thema sind immer wieder unsere Fahrradwege, denn wer einmal zum Beispiel die Strecke von Sereetz nach Ratekau geholpert ist, der weiß, was die Stunde geschlagen hat. Viele Kinder nutzen täglich diesen Radweg schulbedingt.
Wie bereits zuvor erwähnt, Sportlich aktive Touristen übernachten extra in unsere Gemeinde aufgrund der Zentralität zwischen Lübeck, Travemünde und Timmendorfer Strand und nutzen diese ebenfalls. Bedeutet: Das Fahrradwegekonzept ist auch Teil der touristischen Infrastruktur und sollte umgesetzt werden. Nur ohne Fördermittel geht es nicht.
Relevante Töpfe in dem Fall wären:
- Land Schleswig-Holstein: Radverkehrsprogramme (bis zu 75–80 % Förderung)
- Bund: Nationale Klimaschutzinitiative (NKI), kommunale Mobilitätsprogramme
- EU (EFRE): nur bei regionalem Mehrwert – kompliziert, aber möglich
- Kostenbeteiligung über Kreisprojekte oder Gemeinschaftsprojekte mit Nachbarkommunen)
Warum erzähle ich Ihnen das? Ganz einfach: Ohne Prioritätenliste und ohne einen "Fördermittelbeauftragten" bei uns bleibt das Geld einfach liegen.
Ein weiteres großes Thema werden die Belastungen unserer Straßen durch die Baustellen für die Hinterlandanbindung werden und das Sperren immer gleich zwei paralleler Landstraßen und auch Brücken. Aktuell höre ich dazu, dass bis jetzt niemand so richtig weiß, was da eigentlich auf uns zukommt, aber es wird schlimm. Ich habe bereits beim Landesverkehrsamt angefragt, fahre im Falle meiner Wahl zur Bürgermeisterin persönlich nach Kiel und lasse mir den aktuellen Planungsstand zeigen und werde meinen Teil dazu in den Ring werfen. Wichtig dabei ist, dass unsere Gemeinde durch vernünftige Termin- und Baustellenablaufplanung nicht unnötig schwer belastet wird.
Frühzeitige Informationen seitens des Landesverkehrsamtes und ein verständliches Verkehrsleitsystem sind für uns die Lösung. Dazu benötigen wir keine teuren Apps, sondern werden auf bereits vorhandene Medien und Kommunikationsmittel wie z.B. Whatsapp zurückgreifen, damit wir alle ohne die Nerven zu verlieren durch diese Zeit - rechtzeitig informiert - durch kommen. Denn es gilt, wer rechtzeitig weiß was hier auf uns zukommt, kann besser reagieren.
Fehmarn-Belt
Ich werde andauernd gefragt, wie meine Position zur Fehmarn-Beltquerung und der neuen Zugtrasse ist.
Fakt ist: Die neue Zugtrasse kommt. Entscheidend ist, wie wir unsere Gemeinde schützen. Denn wir zahlen mit erheblichen sogenannten "externen Folgekosten" über die niemand gerne spricht: Mit unserer Gesundheit durch zusätzlichen Stress und Lärm (Flüsterzüge und Gleise sind toll, einen Güterzug interessiert das jedoch nicht so sehr, da muss man ehrlich sein), dem dadurch entstehenden Wertverfall unserer Häuser und Wohnungen und einer überbeanspruchten Infrastruktur.
Meine Aufgabe als zukünftige Bürgermeisterin ist es nicht, das Projekt schönzureden oder ideologisch zu bekämpfen, sondern die Interessen unserer Gemeinde zu schützen.
Mein Ziel ist, dass wir vor Lärm, Durchgangsverkehr, Umleitungen und Überlastung bestmöglich geschützt werden – und dass unsere Gemeinde Ratekau auch wirtschaftlich davon profitiert.
Dafür braucht es klare Forderungen an Land und Bund und wie bereits erwähnt eine transparente Verkehrsplanung während der Baustellenzeit. Folgenkosten, die entstehen, müssen Bund und Land tragen- denn es ist auch ihr Projekt.
Herausforderungen 2030
Zukunft, digitalisierung, neue effiziente strukturen, Verkehr, etc